Gummistiefel an, Entdeckerwesten übergezogen und Kescher in die Hand – für die Viertklässler der Naturpark-Grundschule Dobel hieß es: Raus aus dem Klassenzimmer und hinein in den Lebensraum Bach. Gemeinsam mit den Klassenlehrerinnen Frau Häser und Frau Kalmis sowie der außerschulischen Erlebnispädagogin Regine Schirmer untersuchten die Klassen 4a und 4b an zwei Vormittagen die Alb in Bad Herrenalb.
Nach der Busfahrt begann der Unterricht direkt am Bach. Bevor die Kinder selbst zu Forschern wurden, standen Naturerlebnis und Teamarbeit im Mittelpunkt. Bei einer gemeinsamen Seilaktion wurde deutlich, welche Bedeutung Wasser für jeden Einzelnen hat und wie wichtig Zusammenhalt ist. Anschließend beobachteten die Kinder aufmerksam ihre Umgebung. Sie entdeckten Enten, Wasserläufer, Schnecken, Vögel, unterschiedlich große Steine, aber leider auch Müll und sogar Glasscherben im Bach. 
Ein weiteres Gemeinschaftsspiel stellte die Klasse vor eine knifflige Aufgabe: Wie viele Kinder passen gemeinsam auf eine Plane?
Je kleiner der Platz wurde, desto wichtiger wurden Absprachen und gegenseitige Rücksichtnahme. Die Erfahrung ließ sich anschließend leicht auf den Lebensraum Bach übertragen. Ein Schüler brachte es treffend auf den Punkt: „Wasser hält immer zusammen.“ Ein anderer ergänzte: „Wenn es genug Wasser gibt, ist es einfach. Wenn es weniger wird, wird der Lebensraum kleiner und es wird schwieriger.“
Nach einer Einführung in die Entwicklungsstadien der Libelle und die Bedeutung verschiedener Wassertiere für die Gewässerqualität begann der spannendste Teil des Tages: die Kinder gingen selbst auf Entdeckungstour. Begeistert wurden Strudelwürmer, Köcherfliegenlarven, Wasserläufer und viele weitere Bachbewohner gefunden. Dabei entstanden auch kreative Beobachtungen. „Der Strudelwurm sieht so aus wie ein Drache.“, stellte ein Kind fest, während ein anderes meinte: „Die Köcherfliegenlarve sieht aus wie ein kleiner Stock.“

Im Schatten wurden die Tiere anschließend genau betrachtet, gezeichnet und bestimmt. Dabei entstanden eigene Namen für die kleinen Lebewesen. Besonders für Schmunzeln sorgte die Aussage: „Mein Wasserläufer heißt Jesus.“
Anhand der gefundenen Tierarten bestimmten die Schülerinnen und Schüler schließlich die Wasserqualität der Alb. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Die Alb weist an der untersuchten Stelle eine sehr gute Wasserqualität auf. Danach wurden alle Tiere selbstverständlich wieder behutsam in ihren natürlichen Lebensraum zurückgesetzt.
Für viele Kinder waren die Zeit im Wasser, die Vielzahl der entdeckten Tiere und die gemeinsame Teamarbeit die Höhepunkte des Tages. Besonders beeindruckend war auch, wie gut die Klassen gemeinsam Lösungen fanden – sei es auf der kleinen Plane oder bei der Arbeit als Forscherteam. Eine Erkenntnis fasste den Tag besonders treffend zusammen: „Als Forscher braucht man Respekt vor der Natur und ihren Lebewesen.“
Das Modul „Lebensraum Bach – Bachuntersuchung mit den Entdeckerwesten“ ist Bestandteil des Naturpark-Schulentwicklungsprogramm der Naturpark-Grundschule Dobel und wird vom Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord e. V. sowie der Gemeinde Dobel gefördert.